Was heißt Bild komprimieren?
Ein digitales Foto besteht aus Pixeln, und für jeden Pixel speichert die Datei eine Farbe. Wie groß die Datei am Ende wird, hängt an zwei Stellschrauben. Die erste ist die Zahl der Pixel, also Breite mal Höhe. Die zweite ist die Kompression. Ein Format wie JPEG fasst ähnliche Farben zusammen und verwirft feine Details, die das Auge kaum bemerkt. Je stärker es das tut, desto kleiner die Datei.
Im Alltag gehen beide Begriffe durcheinander. Genau genommen heißt weniger Pixel speichern verkleinern oder skalieren, die Qualität senken heißt komprimieren. Wer ein Bild komprimieren will, um es zu verschicken, braucht meistens beides. Die Pixel zu reduzieren bringt in der Regel am meisten, denn jeder Pixel, der wegfällt, muss gar nicht erst gespeichert werden. Die Qualität senkst du danach nur so weit, wie es nötig ist.
Verlustfrei oder verlustbehaftet
JPEG, HEIC und WebP komprimieren verlustbehaftet. Sie werfen Bildinformation weg, die sich nicht zurückholen lässt, und kommen so zu kleinen Dateien. Bei Fotos und einer normalen Qualitätsstufe fällt das kaum auf, weil Himmel, Haut oder Laub ohnehin aus weichen Übergängen bestehen.
PNG arbeitet verlustfrei. Jeder Pixel bleibt genau so, wie er war. Für Screenshots, Logos, Grafiken mit Schrift und alles mit transparentem Hintergrund ist das richtig, denn Kanten und Buchstaben bleiben scharf. Bei Fotos wird PNG dagegen sehr schwer, weil sich dort fast jeder Pixel leicht von seinem Nachbarn unterscheidet und sich kaum etwas zusammenfassen lässt.
Screenshots am Mac sind PNG-Dateien und deshalb oft größer als erwartet. Auf einem Retina-Bildschirm haben sie außerdem doppelt so viele Pixel in Breite und Höhe wie die Fläche, die du siehst. Wie du das Format der Bildschirmfotos änderst, steht in der Anleitung zum Screenshot am Mac mit allen Tastenkombinationen. Fotos vom iPhone kommen dagegen meist als HEIC. Sie sind schon gut komprimiert, gehen aber nicht überall auf. Dafür gibt es die Anleitung, um iPhone-Fotos von HEIC in JPG umzuwandeln.
Warum du immer vom Original ausgehst
Öffnest du ein JPEG und sicherst es erneut als JPEG, komprimiert das Programm es noch einmal. Dabei geht jedes Mal ein wenig Qualität verloren. Nach dem ersten Speichern siehst du davon nichts. Nach vielen Runden werden Kanten weich, und in glatten Flächen tauchen kleine Blöcke auf. Brauchst du eine zweite, kleinere Fassung, nimm wieder das Original und nicht die schon verkleinerte Kopie.
Fast alle Wege in dieser Anleitung legen deshalb eine neue Datei an und lassen das Original in Ruhe. Die Ausnahme ist die Größenkorrektur in Vorschau, die das geöffnete Bild selbst ändert. Wie du dort eine Kopie behältst, steht weiter unten.
Geht es ganz ohne Qualitätsverlust?
Mit PNG ja. Eine PNG-Datei lässt sich neu packen, ohne dass sich ein einziger Pixel ändert, sie wird dabei aber kaum kleiner. Bei JPEG kostet jedes neue Speichern etwas. Das klingt schlimmer, als es ist. Verkleinerst du ein Foto auf die Größe, in der es ohnehin angezeigt wird, und speicherst es mit einer mittleren bis hohen Qualität, sieht am Bildschirm niemand einen Unterschied zum Original. Verloren gehen Pixel, die dort sowieso keiner sieht.
Ein Rechenbeispiel
Ein Beispiel mit reinen Zahlen. Eine Kamera mit 12 Megapixel liefert Fotos mit 4032 × 3024 Pixeln. Bringst du die lange Seite auf 1920 Pixel, wird daraus 1920 × 1440, das sind etwa 2,8 Megapixel. Das Bild hat danach rund 4 Mal weniger Pixel als vorher. Wie viel kleiner die Datei genau wird, hängt vom Motiv und von der Qualitätsstufe ab. Ein Foto mit viel Laub oder Kies lässt sich schlechter packen als ein Porträt vor einer glatten Wand.